Thema: Hörfunk
Facebook-Charts: die Radios in Rheinland-Pfalz
Wie viele potenzielle Hörer erreichen Radiosender über Soziale Netzwerke? Diese Frage scheint sich gerade zum Trend des Tages zu entwickeln und ich möchte meinen Beitrag dazu leisten: Es folgt das Facebook-Ranking der rheinland-pfälzischen Radiosender. […] »
Ein Telefonat, wie ich es nie wieder führen möchte
„Radio Regenbogen, Marcel Pauly hier, hallo?“ – „Guten Tag, hier ist ********* **************, ich wollte melden, dass an der Berufsbildenden Schule Naturwissenschaft/Technik in Ludwigshafen Amoklauf ist.“ – „Am Schulzentrum an der Großen Blies?“ – „Ja.“ – „Das ist jetzt kein Scherz?!“ – „Nein, das ist kein Scherz.“ […] »
Mit dem Dritten hört man besser
Als „junge Leute mit Anspruch“ habe ich kürzlich die Zielgruppe von Medienrezipienten bezeichnet, in der ich mich meine, zu befinden. Eine Zielgruppe, die bislang von TV und Radio vernachlässigt wurde. Bislang. Seit zweieinhalb Monaten bietet das ZDF mit seinem digitalen Spartenkanal ZDFneo ein Programm an, das ich zwar wegen des Empfangs via DVB-T leider erst ab 21 Uhr zu sehen bekomme (ja, ich kenne Zattoo), das aber dem schon sehr nahe kommt, was ich unter gut gemachtem, anspruchsvollem, informativem, unterhaltsamem Fernsehen verstehe. Seit heute Morgen gibt es das quasi-Äquivalent im Hörfunk: Das öffentlich-rechtliche Deutschlandradio hat Nachwuchs bekommen. Neben seinen beiden Wellen Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur bietet es nun sein drittes Programm DRadio Wissen an. Zu empfangen ausschließlich über DAB und das Internet. Der erste Eindruck: Es lohnt sich, das UKW-Gedudel mal kurz beiseite zu legen. […] »
Liebe Radiosender, nehmt uns ernst!
Radio ist ein tolles Medium. In diesem Punkt waren Felix und ich uns von Anfang an einig. Kennengelernt haben wir uns vor knapp vier Jahren – passenderweise – in der Mannheimer Redaktion von radioaktiv, dem Campusradio Rhein-Neckar. Radio finden wir auch heute noch toll. Aber irgendetwas fehlt. Protokoll einer Google-Wave-Unterhaltung: […] »
OnAir first
Eine grausame Tragödie war es, die sich da heute im baden-württembergischen Ort Winnenden bei Stuttgart abspielte. Ein 17-Jähriger lief in seiner früheren Realschule amok und tötete 15 Menschen. Unfassbar.
Es war klar, dass sich sofort sämtliche Medien auf das Thema stürzten und die Nation im Radio, Fernsehen und online die Flucht und schließlich die Erschießung den Selbstmord des Täters verfolgen konnte. Eine solche massive Berichterstattung – praktisch in Echtzeit – hat zwar immer etwas unangenehm Voyoristisches, hat in gewissem Maße aber durchaus seine Daseinsberechtigung und ist im Medienzeitalter nicht weiter verwunderlich. Es war eine andere Sache, die mich heute stutzig machte: Hat man Rundfunk- und Online-Medien parallel verfolgt, konnte man im Internet eine auffällige zeitliche Verzögerung erkennen. […] »
Ein „Panel“ also
Eine persönliche Premiere werde ich am 10.11. in Bochum bestreiten: Ich werde anlässlich des Campus-Radio-Tages NRW am Panel „Personalmanagement im Campus-Radio: Strategien einer kontinuierlichen Personalentwicklung“ teilnehmen und mit drei anderen Campus-Funkern (das Wort ist nicht schön, oder?) darüber sprechen, wie sich die Umstellung der Studiengänge auf Bachelor- und Masterabschlüsse auf die Campusradios personell auswirkt. Da haben wir bei radioaktiv nicht die besten Erfahrungen mit gemacht. Ich freue mich auf die Veranstaltung!
Update:
Rum isses, toll war’s, Foto oben. :) War im Deutschlandfunk zu hören.
Letzte Chance für den Rundfunk?
Mit dem Radio geht es bergab. Der Großteil der deutschen Rundfunklandschaft ist gefangen im unerträglichen Einheitsbrei – über banalen Promi-Stuss berichtend, die immer gleichen vermeintlichen Superhits rauf- und runterdudelnd. Auch bizarre Gewinnspiele mit nur geringer Gewinnchance, zunehmend auch im umstrittenen 9Live-Stil, finden immer öfter Platz im Programm – gerade wenn mal wieder eine Quotenmessung ansteht und man Hörer möglichst lange an den eigenen Sender binden möchte. Oder es werden einfach mal Beiträge von PR-Agenturen als redaktionelle Beiträge verkauft – billiger kommt man kaum an Inhalt.
Die Liste der Kritikpunkte ist lang. Klar, dass der Zuhörer sich verarscht fühlt – ein Medium sieht sich mit dem Zerfall seiner Glaubwürdigkeit konfrontiert. Also was tun?
Radiomacher aus ganz Deutschland haben sich auf einer Tagung in Tutzing genau diese Frage gestellt. Ihre Antwort: Fair Radio. Sie wollen mit diesem Projekt für ein faires, glaubwürdiges Qualitätsradio kämpfen und haben auch schon klare Vorstellungen, wie das umzusetzen ist:
- Recherche muss vor Schnelligkeit gehen.
- Es wird nichts vorgegaukelt, was nicht tatsächlich so ist (der Reporter, der angeblich vom Ort des Geschehens berichtet, tatsächlich aber im Studio sitzt; der Verkehrsreporter, der vorgibt, aus einem Verkehrsflieger zu berichten)
- Was nicht wirklich live ist, wird auch nicht als live verkauft.
- PR-Beiträge gehören in den Werbeblock und nicht ins redaktionelle Programm.
- Nachrichtensendungen werden nicht vorher aufgezeichnet.
- Mogeleien bei Gewinnspielen sind tabu.
Durchaus sinnvolle Forderungen, wie ich finde. Aber auch durchsetzbar? Zu groß ist die Konkurrenz unter den Sendern. Und wenn Sender X angeblich einen Reporter vor Ort hat, muss das Sender Y natürlich auch haben. Und wenn Sender X über ein Ereignis bereits nach fünf Minuten berichtet, muss Sender Y da natürlich auch mithalten können. Und wenn Sender X mit den Hörern um 10.000 Euro spielt, muss Sender Y um 100.000 Euro spielen … und das Geld dann natürlich auch noch irgendwie wieder rein bekommen.
Willkommen,


