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Wie Mainzer Studenten Presserat spielen. Und wie Verleger dagegen vorgehen.

Publizissimus (Sommersemester 2009)

Foto: Marcel Pauly (cc)

Den folgenden Artikel habe ich unter dem Titel „Die Mainzer Moralapostel“ für die heute erschienene Ausgabe des Publizissimus geschrieben, einem Magazin von und für Studenten des Instituts für Publizistik an der Uni Mainz. In dieser Online-Fassung habe ich den Artikel um ein paar Verlinkungen ergänzt.

Als der Student mit seinem Vortrag fertig ist, stimmen seine Kommilitonen per Handzeichen ab, dann steht es fest: Schleichwerbung, mal wieder. Im Vergleich zu früher lesen die Mainzer Journalismus-Studenten ihre Zeitungslektüre heute sehr viel aufmerksamer. Sie schauen genau hin, wenn ihnen etwas ethisch nicht ganz einwandfrei erscheint, etwa wenn der Name eines Gewaltopfers abgedruckt wird oder das unverpixelte Foto eines Kindes gezeigt wird, das bei einem Erdbeben ums Leben kam. Oder eben wenn mal wieder versteckte Werbebotschaften den Weg in redaktionelle Inhalte finden. Aber nicht jedem gefällt dieser kritische Blick. […] »

„Intelligenter als der Durchschnitt“

Als Student, der sich von einem vergünstigten Spar-Abo zum nächsten hangelt, habe ich schon das ein oder andere Mal die Bekannschaft mit der taz gemacht. Manchem ist sie vielleicht etwas zu unkonventionell, zu grün, zu links – ich aber mag sie und so lag sie auch schon des Öfteren auf meinem Frühstückstisch.

Nicht weiter verwunderlich also, dass ich immer mal wieder irgend welche Abo-Angebote im Briefkasten vorfinde. Die heutige Leerung beweist: Um beachtet zu werden, übt man sich auch gerne mal in Arschkriecherei.

Sie sind intelligenter als der Durchschnitt – aber Besserwisserei liegt Ihnen fern. Sie haben Humor – aber neigen nicht zum Schenkelklopfen. Sie sind politisch – aber nicht dogmatisch. Sie sind kämpferisch – aber nicht verbissen. Und glauben Sie es, Sie sind ein besonders schöner Mensch.

Danke! ;)

Missglückter Hinterbliebenenschutz

Ausschnitt: Rheinpfalz (23.06.2007), Schwärzung von Marcel Pauly

Ausschnitt: Rheinpfalz (23.06.2007), Schwärzung von Marcel Pauly

Die regionale Tageszeitung Rheinpfalz veröffentlichte in ihrer heutigen Ausgabe einen Agenturbericht über den mutmaßlichen Mord an einem 10 Wochen alten Baby durch seine Mutter. In dem Artikel setzte man alles daran, die Familie zu schützen und deren Identität geheim zu halten. Dumm nur, dass ausgerechnet in der selben Ausgabe auch eine recht eindeutig zuzuordnende Todesanzeige zu finden ist.

Kleine Linkauslese

Ein paar Links, die teilweise zwar schon etwas älter, aber dennoch sehr klickenswert sind.

Der NDR zeigte eine Zapp-Sondersendung zur Lage des deutschen Journalismus.

Die dpa bringt eine Falschmeldung zum G8-Gipfel, Stefan Niggemeier fasst die Folgen zusammen und Christiane Link berichtet aus dem Agentur-Alltag.

Politiker reden viel – für radioaktiv habe ich Wolfgang Raufelder, den Kandidaten der Grünen für die Mannheimer OB-Wahl, interviewt.

Der Irre von Berlin

Am kommenden Freitag erscheint ein vielversprechendes Buch, in dem die „publizistischen Wortführer und Alphatiere“ des deutschen Journalismus porträtiert werden. In der Netzeitung ist vorab bereits das Porträt über Bild-Chefredakteur Kai Diekmann zu finden. Sehr lesenwert!