ich heiße Marcel Pauly, bin 26 Jahre alt und lebe in Mainz, wo ich Publizistik, Politik und Germanistik studiere. In meinem Blog schreibe ich über Medien, Politik, mein Studium, meine Arbeit, …
„Wie der arabische Nachrichtensender Al Jazeera berichtet, …“ – wenn eine Meldung mit diesen Worten begann, folgten meist Berichte über Selbstmordanschläge, Folter oder Osama bin Ladens neuestes Propagandavideo. Der Fernsehsender aus Katar wird hierzulande fast ausschließlich im Zusammenhang mit islamistischem Terrorismus wahrgenommen. Doch die konsequente Berichterstattung über die Proteste und Straßenschlachten in Ägypten könnte das Ansehen des Senders nachhaltig ins Positive verändern. […] »
veröffentlicht am Samstag, den 29. Januar 2011 um 13:48 Uhr
Er war der erste Auslandskorrespondent, an den ich mich erinnern kann. Wenn es um den Nahen Osten ging, stand da Patrick Leclercq vor der Kamera, das war schon immer so. In der vergangenen Nacht ist er gestorben, im Alter von gerade einmal 60 Jahren. Seine Berichte und Reportagen werde ich vermissen.
Eine grausame Tragödie war es, die sich da heute im baden-württembergischen Ort Winnenden bei Stuttgart abspielte. Ein 17-Jähriger lief in seiner früheren Realschule amok und tötete 15 Menschen. Unfassbar.
Es war klar, dass sich sofort sämtliche Medien auf das Thema stürzten und die Nation im Radio, Fernsehen und online die Flucht und schließlich die Erschießung den Selbstmord des Täters verfolgen konnte. Eine solche massive Berichterstattung – praktisch in Echtzeit – hat zwar immer etwas unangenehm Voyoristisches, hat in gewissem Maße aber durchaus seine Daseinsberechtigung und ist im Medienzeitalter nicht weiter verwunderlich. Es war eine andere Sache, die mich heute stutzig machte: Hat man Rundfunk- und Online-Medien parallel verfolgt, konnte man im Internet eine auffällige zeitliche Verzögerung erkennen. […] »
veröffentlicht am Mittwoch, den 11. März 2009 um 14:41 Uhr
Nach dem medienwirksamenSommer-ChaosimvergangenenJahr soll es wohl ein Neuanfang werden, was Sat.1 da heute Abend veranstaltet. Ein bisschen erinnert es ja an die 2004 eingeläutete News-Offensive: Seriosität und Nachrichten-Kompetenz will man verkörpern. Und wie macht man das am besten? Richtig, indem man den Nachrichten ein Gesicht gibt. Ein Gesicht, das für Seriosität und Nachrichten-Kompetenz steht. RTL hat Peter Kloeppel, das ZDF hat Klaus Kleber und Sat.1 probiert es (nach Thomas Kausch) dieses Mal mit Peter Limbourg.
„Ähm, wer?“ fragt sich jetzt der Ein oder Andere – keine gute Voraussetzung. Aber Sat.1 hilft ja gerne nach:
Das hat gesessen! Das ist Seriosität! Das ist Nachrichten-Kompetenz! „Natürlich um 20 Uhr“ – das ist Tagesschau-Niveau!
Und dann hat Sat.1 auch noch den Namen der Sendung geändert: „Sat.1 News“ war gestern, „Sat.1 Nachrichten“ ist heute. Da fällt nicht nur der pseudo-wichtige Anglizismus weg, der schon seit Ende der 90er Jahre nicht mehr hipp ist. Es klingt auch weniger nach RTL II.
Aber das alles ist ja eigentlich eher nebensächlich. Ob es Sat.1 mit seiner News-Offensive reloaded gelingt, in Sachen Nachrichten ernst genommen zu werden, wird vor allem von der Auswahl und Aufbereitung der Themen abhängen. Ob auch die sich von gestern auf heute plötzlich ändern wird, wage ich aber zu bezweifeln. Und nach dem, was ich bisher gesehen habe, werde ich wohl auch in Zukunft wohl lieber auf Alternativen zu den Sat.1 Nachrichten setzen. Ich lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen.
Vier Vorzeige-Polittalks im Ersten und Zweiten sind vielleicht doch einfach zu viele. Blicken wir nur einmal auf die vergangene Woche zurück: Nachdem mit der spektakulären und medienwirksamen Verhaftung Klaus Zumwinkels am 14. Februar der Startschuss Deutschlands jüngster Steueraffäre fiel, war klar, welches Thema in der darauffolgenden Polittalk-Woche (im Gegensatz zur normalen Kalenderwoche beginnt die Polittalk-Woche sonntags und endet donnerstags) auf der Tagesordnung steht:
Sicherlich ist das ein Thema, das diskutiert werden muss. Und sicherlich ist es auch sinnvoll, ein solches Thema von mehreren Seiten anzupacken. Aber die Leute gleich viermal in fünf Tagen zu quälen?! Die Macher dieser Shows könnten zum Einen etwas mehr Kreativität, zum Anderen mehr Mut vertragen. Den Mut, nicht auf jedes große Thema zwanghaft aufzuspringen.
Ich sollte mal zusammen zählen, wie oft ich schon bei Polittalks weiter gezappt habe, nur weil ich mal wieder ein Déjà-vu-Erlebnis hatte …
veröffentlicht am Samstag, den 23. Februar 2008 um 14:56 Uhr
Da bin ich ja wirklich mal gespannt: Ab morgen wirbt BILDblog mit einem TV-Spot, in dem Anke Engelke und Christoph Maria Herbst zu sehen sind. Auf der Website findet man erste Infos und Fotos vom Dreh. Darüber hinaus verrät Stefan Niggemeier auf seinem privaten Blog weitere Hintergrundinfos.
Nachtrag (23.08.):
Sehr gelungen! Schöne Idee, gut umgesetzt, einer der blödesten Bild-Slogans wurde auf die Schippe genommen und zum Abschluss eine bombastische Pointe.
veröffentlicht am Mittwoch, den 22. August 2007 um 15:56 Uhr
Ich bin verwirrt. Auf der einen Seite ist da die repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Ipsos, die besagt, dass die Zuschauer immer bewusster fernsehen, gezielt Sendungen einschalten und „sich auf eine ausgewählte Sendung bis zum Schluss [...] konzentrieren“. Auf der anderen Seite ist da die Untersuchung der Medienforscher Jens Wolling und Christoph Kuhlmann, die besagt, dass der Fernseher immer mehr zum totalen Nebenbei-Medium verkommt und beim Essen, der Hausarbeit oder sogar beim Lesen läuft.
Der Fernsehzuschauer von heute scheint ein sehr schizophrenes Wesen zu sein.
veröffentlicht am Montag, den 20. August 2007 um 20:24 Uhr
Nun ist es also offiziell: Katrin Bauerfeind wird ab Mitte September für vier Monate das ARD-Magazin „Polylux“ moderieren.
War ja eigentlich klar, dass sie nach der Beendigung ihrer Ehrensenf-Karriere nicht lange auf Job-Angebote warten muss. Dass Katrin Bauerfeind auch ohne vorgeschriebene Gags unterhaltsam sein kann und eine klasse Moderatorin abgibt, hat sie ja schon mehrfach bewiesen – Aufträge von ZDF und 3Sat meisterte sie souverän.
Ihr bisheriger Erfolg im Internet bringt aber auch Probleme mit sich: Wer Katrin Bauerfeind bisher nur von Ehrensenf kannte, assoziiert mit ihr automatisch diese Show. Um ernst genommen zu werden muss sie es schaffen, gerade den alt eingesessenen Ehrensenf-Guckern klar zu machen, dass sie mehr ist, als nur die lustige Tante aus dem Internet.
veröffentlicht am Dienstag, den 10. Juli 2007 um 12:46 Uhr